IG Kleinwasserkraft lehnt die Energiestrategie 2050 ab

 

Nach eingehender Diskussion lehnt der Vorstand der IG Kleinwasserkraftwerke Glarnerland die Energiestrategie 2050 ab.

Schlagendes Hauptargument ist dabei die Tatsache, dass in dieser Strategie Wasserkraftwerke bis 1 MW (1000 kW) nicht mehr gefördert werden sollen. Es ist der IG Kleinwasserkraft unerklärlich, warum im Rahmen der Energiewende gerade die sauberste der einheimischen Energien bei den Förderinstrumenten zurückgestuft werden soll. Gemäss heutigem Stimmungsbarometer ist der Bau neuer Atomkraftwerke keine Option. Um landesintern eine möglichst hohe Versorgungssicherheit zu erreichen, müsste zum Ausgleich die Wasserkraft auf allen Stufen stärker gefördert werden. Dieser Vorgabe kommt die Energiestrategie in keinster Weise nach. Im Gegenteil. Mit den zusätzlichen Einschränkungen im Bereich von neuen Kleinwasser-Kraftwerken verhindert sie sogar zu einem wesentlichen Teil den Ausbau von Wasserkraftwerken im Sinne der Interessengemeinschaft Kleinwasserkraft Glarnerland.

Aus gesamtheitlicher Sicht führen die staatlichen Eingriffe der ENS 2050 zu erhöhten Kosten. Mit der Vorgabe, den Energieverbrauch bis 2035 um 43 % zu senken, wird eine enorme Regulierungsflut nötig sein. Die Konkurrenzfähigkeit der exportorientierten Unternehmen wird sich verschlechtern, Arbeitsplätze werden gefährdet, die Deindustrialisierung wird sich fortsetzen, der Bürokratismus erblüht weiter in ungeahntem Ausmass. Weil der fortschreitende Wandel in Richtung Elektrifizierung (E-Autos statt Verbrennungsmotor, Wärmepumpen statt Ölheizung, usw.), Automatisierung und Digitalisierung zu grösserem Energiebedarf führen wird, wird es nicht gelingen, den Gesamtenergiebedarf um die angestrebten 43 % zu reduzieren. Deshalb wird die Auslandabhängigkeit bei der Stromversorgung bei Annahme der ENS 2050 zunehmen. Eine folgliche Verlagerung der Produktion des in der Schweiz konsumierten Stromes in ausländische Kohlen- und Atomkraftwerke ist die Folge davon - dies ist unredlich und abzulehnen.

Die IG Kleinwasserkraft anerkennt das Bestreben, aus der Atomenergie auszusteigen. Dies müsste aber im grösstmöglichen Abgleich mit dem Ausbau der einheimischen Wasserkraft sein. Leider verpasst die ENS 2050 dieses Ziel auf breiter Front, weshalb sie abzulehnen ist.

 

 

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