Spatenstich für neues Wehrkraftwerk

 

Rund um das Areal Holenstein in Ennenda baut die tb.glarus ein neues Wehrkraftwerk. Heute fand der offizielle Spatenstich statt. 2016 soll das Werk in Betrieb genommen werden und Strom für rund 700 Haushalte liefern.

Rund um das Wehr am Beginn des Holensteinareals in Ennenda ergaben sich in letzter Zeit einige Probleme. «Das bestehende Wehr ist nicht verstellbar und genügt den heutigen Anforderungen punkto Hochwasserschutz und Fischgängigkeit nicht mehr», führte Martin Zopfi, Geschäftsführer tb.glarus, am Spatenstisch zum neuen Wehrkraftwerk aus. Ausserdem nutzen die bestehenden Kraftwerkanlagen das verfügbare Wasser nur bedingt. «Ihre Anfänge gehen aus der Zeit der Industrialisierung des Kantons Glarus zurück und sie wurde in den vielen verflossenen Jahren nur bedingt angepasst.»

 

Deutlich mehr Leistung

Um das verfügbare Wasserdargebot optimal nutzen zu können, haben sich die tb.glarus deshalb entschieden, eine neue, zusätzliche Kraftwerksanlage direkt beim Wehr zu erstellen. Das alte Wehr wird dafür durch ein zweifeldriges, automatisch reguliertes Klappenwehr ersetzt. Das dadurch aufgestaute Linthwasser wird durch die seitlich angeordnete Einlauföffnung gefasst und von dort direkt auf das Laufrad der Kaplanturbine geführt. Nach dem Turbinieren fliesst das Wasser durch ein gekrümmtes Saugrohr direkt unterhalb des Wehres wieder zurück in die Linth. In drei Phasen werden bis 2016 das Wehr sowie die Werkanlagen erstellt. «Die engen Platzverhältnisse in diesem Abschnitt der Linth sind eine weitere Herausforderung für das Projekt.» Zusätzlich planen die tg.glarus die bestehenden Anlagen in den Jahren 2015/16 komplett zu sanieren, wobei die Wasserfassung als Vorinvestition bereits in die neue Wehranlage integriert wird. «Vor allem durch die neue Anlage kann die Leistung hier um den Faktor 12 gesteigert werden.» Sprich; die Jahresproduktion soll im Endausbau für rund 700 Haushalte genügen.

 

Für Fisch; gegen Hochwasser

Das Projekt ist zudem auf die aktuelle Entwicklung des Hochwasserschutzkonzept Glarus-Ennenda abgestimmt. Ausserdem kann durch eine ebenfalls an der Westseite der Linth angeordnete Fischaufstiegshilfe, welche als Schlitzpass ausgebildet wird, die Fischtätigkeit weiterhin gewährleistet werden. Für die Dokumentation, aber auch für die Information der Bevölkerung werden mit einer fest installierten Kamera mit einem Bild pro Stunde die Fortschritte festgehalten. Auf der Homepage der tb.glarus können diese in Zukunft abgerufen werden.

 

 

Von: Jürg Huber, Presseverantwortlicher der IG Kleinwasserkraft Glarnerland

Zurück