Ein Vorzeigemodell des modernen Wasserbaus

 

Vor gut zwei Jahren wurde das Wasserkraftwerk im Jenny-Areal in Niederurnen tiefgreifend erneuert. Gerade die ökologischen Massnahmen haben laut Bruno Denzler, Präsident des Kantonalen Fischerverbands Glarus, deutlich gelohnt.

Mehr als zwei Jahre ist es nun her, seit das Wasserkraftwerk im Jenny-Areal in Niederurnen erneuert wurde. Neben dem ökonomischen Mehrwert hatte die Erneurung aber auch einen entscheidenden ökologischen Mehrwert. «Für mich ist dies ein Musterbeispiel für den modernen Wasserbau», bilanziert dazu der Präsident des Kantonalen Fischerverbands Glarus, Bruno Denzler. Und auch die übrigen Fischer seien sehr zufrieden mit den Veränderungen. Gerade die Verbindung zwischen Linth und dem Rautibach habe sich ausgewirkt. «Die Seeforellen können nun zur Laichzeit wieder in dieses Gewässer aufsteigen.» Seit dem Bau des alten Kraftwerks im Jahr 1928 waren nämlich der Rautibach und die Linth nicht mehr miteinander verbunden. Während der Erneuerung wurde beim Kraftwerk selber ein technischer Fischpass installiert. «Dies war notwenig, da auf kurzer Distanz eine grosse Höhendifferenz überwunden werden musste», erklärt der Betreiber des Kraftwerks, Caspar Jenny. Die beiden Weiher dagegen konnten mit einem sogenannten Umgehungsgewässer – sprich einem kleinen Bächlein – verbunden werden. «In beiden Fällen müssen aber vorgegebene Wassermengen pro Sekunde eingehalten werden.»

Zusätzliches Naherholungsgebiet

Der Obere Weiher, welcher von Fritz + Caspar Jenny AG der Bevölkerung der Gemeinde Glarus Nord zur Nutzung übergeben wurde, sei zudem zu einem sehr beliebten Naherholungsgebiet geworden, meinte Denzler weiter. Für das Kraftwerk selber übernimmt er die Funktion eines Entsanders, der untere hat für die Stromproduktion weiterhin keine Bedeutung, kann aber von den Bewohnern des Jenny-Areals zur Erholung genutzt werden. «Beide Weiher funktionieren aber auch als Puffer im Hochwasserfall», meinte Jenny weiter. Dabei wurde die Erneuerung in das Hochwasserschutzprojekt Linth 2000 des Linthwerks einbezogen. Fast gleichzeitig wurde nämlich der Linth- und der Escherkanal aufwendig saniert und erneuert. «Um von den Umweltverbänden grünes Licht zu bekommen, musste das Linthwerk nach ökologischen Ausgleichsmassnahmen Ausschau halten.» Die Fischbarmachung des Rautibachs war dafür ein sehr geeignetes Projekt. Sodass sich diese Organisation an den grossen und aufwendigen Massnahmen beteiligte. Das Engagement hat sich aber sicher auch auf der ökologischen Sicht deutlich gelohnt. Ein Engagement, für das sich auch Bruno Denzler bedanken möchte. «Es ist bisher nicht üblich, dass sich ein Unternehmen so einsetzt.»

 

Von:  Jürg Huber, Pressebeauftragter der IG Kleinwasserkraft Glarnerland

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