In der Spinnerei Oberurnen AG „schnurrt“ eine neue Turbine

 

Während rund drei Monaten wurde die Turbine in der Spinnerei komplett erneuert. Neben der Leistungssteigerung gefällt nicht nur Beat Heer die deutlich gesunkene Lärmemission.

Die alte Kaplanturbine der Spinnerei Oberurnen AG wurde in den Jahren 1935/36 durch die Firma Escher Wyss erbaut. Durch den Bau wurden das damalige Wasserrad und die dazugehörige Transmission abgelöst und der ganze Betrieb wurde nach und nach elektrifiziert. „Wegen den günstigen Strompreisen war die Turbine lange Zeit fast mehr ein Hobby und hätte buchhalterisch gesehen besser stillgelegt werden müssen“, meinte Beat Heer anlässlich eines kleinen Andreh-Festes letzte Woche. Auch deshalb wurde schon länger über die Zukunft der Anlage beraten. Erst durch die Kostendeckende Einspeisevergütung wurde klar, dass sich die Kosten für eine komplette Erneuerung rechnen könnten. So wurde 2008 beschlossen, dass die Turbine komplett erneuert wurde. Froh zeigte sich Heer vor allem, dass die Bauphase ohne grössere Zwischenfälle und vor allem ohne Unfall planmässig über die Bühne ging.

Sehr überrascht zeigte er sich über die Qualität der Technik aus den 30er-Jahren. „Die Turbine lief und lief. Das neue Laufrad unterschied sich ausserdem kaum vom alten.“ Mit der Erneuerung der Anlage soll aber eine Leistungssteigerung von ca. 20 Prozent erreicht werden; von 110 kW auf 140 kW. „Bereits im ersten Monat war die Steigerung schon deutlich spürbar.“

Ebenfalls spürbar war letzte Woche ein weiterer Effekt der Erneuerung. „Dass ich hier neben der Turbine zu Ihnen spreche, wäre vorher nicht vorstellbar gewesen.“ Die alte Anlage hatte eine so grosse Lärmemmission gehabt, dass er kaum sein eigenes Wort verstanden hätte. Der gesunkene Geräuschpegel hat so auch einen postiven Effekt auf die übrigen Räume und Gebäude der Spinnerei Oberurnen, in denen Wohnungen und Büros untergebracht oder geplant sind.

Von: Jürg Huber, Pressebeauftragter der IG Kleinwasserkraft Glarnerland

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