Neue Methode für die letzten 500 Meter

 

Bei dem Projekt Doppelpower müssen die letzten 500 Meter mit bergmännischem Vortrieb ausgebrochen werden. Trotz der Verzögerung und der Verteuerung ist die SN Energie vom Projekt überzeugt.

Wasser und Gestein hatten beim Bau des Projektes Doppelpower zwischen Schwanden und Mitlödi einen starken Einfluss. So stark dass sogar die Tunnelbohrmaschine unterhalb von Sool steckengeblieben ist. „Nach 1300 Meter ging plötzlich gar nichts mehr,“ meinte Leo Meier, Geschäftsleiter Kraftwerk Doppelpower AG. Für die letzten 500 Meter musste so eine neue Lösung gesucht werden. Nun wird von der anderen Seite her im bergmännischen Vortrieb angesetzt und bis zur Bohrmaschine gegraben. Da es sich zudem um einen sinkenden Vortrieb handelt, wurde mit einer neuen Spezialfirma zusammengearbeitet. „Die Vorgehensweise ist nun klar, und in diesem Sommer starten wir wieder.“ Obwohl die anderen Arbeiten vor allem in der Zentrale in Mitlödi weitergeführt werden konnten, kommt es zu einer zeitlichen  Verzögerung. Den Hauptaktionär SN Energie weitaus mehr schmerzen dürften sicher die finanziellen Auswirkungen. Aus den budgetierten 36 Millionen dürften bis zum Schluss wohl 50 Millionen werden. „Trotzdem sind wir weiterhin vom Projekt überzeugt“, ist sich Clemens Hasler, Geschäftsleiter SN Energie, sicher. Schliesslich hat das Werk eine Konzession für die nächsten 80 Jahre und gelangt in den nächsten 25 Jahren in den Genuss der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Ausserdem sei dies ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausstieg aus der Kernenergie. Hier versucht die SN Energie sich neben der Wasserkraft mit anderen erneuerbaren Energien neu auszurichten. Und dies in einem aktuell sehr schwierigen Umfeld, wie auch das Geschäftsjahr 2015 der SN Energie zeigt.

So hat sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert. „Trotzdem sind wir mit dem Ergebnis zufrieden,“ bilanzierte Thomas Hefti, Präsident des Verwaltungsrats. Neben der Eurokrise hatte dabei vor allem der extrem niedrige Strompreis grossen Einfluss. Mit der Diversität sowohl in der Produktion als auch in der Verteilung stehe das Unternehmen auch für die Zukunft sehr gesund da. Und zum Projekt Doppelpower meinte Hefti, dass auch beim ersten Kraftwerk der SN zu Beginn der 30er-Jahren das Budget um einen Drittel überstiegen wurde. „Und trotzdem war dies der Ursprung eines sehr erfolgreichen Unternehmen.“

 

Von: Jürg Huber, Glarus24

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